Gemeinsam stark für die Industriekultur
Route Industriekultur, WasserEisenLand e. V. und das Netzwerk Industriekultur Bergisches Land e. V. arbeiten zukünftig noch enger zusammen

Foto © LVR-Industriemuseum / Jasmin Schäfer
Christiane Baum, Generalsekretärin der Europäischen Route der Industriekultur (v. l.), Stefanie Reichart, Leiterin des Referats Kultur und Sport beim Regionalverband Ruhr (3. v. l.), Timo Hauge, Teamleiter Team Industriekultur beim RVR (6. v. l.), Sandra Brauer, Vorsitzende des Netzwerks Industriekultur Bergisches Land e. V. (7. v. l.), Dr. Oliver Schmidt, Vorsitzender des WasserEisenLand Industriekultur in Südwestfalen e. V.
Drei Verbände haben sich am symbolträchtigen Ort des LVR-Industriemuseums Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen vergangene Woche getroffen, um eine Kooperation zur Förderung der reichen Industriegeschichte im Herzen Nordrhein-Westfalens in Form zu gießen. Im Rahmen eines gemeinsamen Workshops unterzeichneten die Vorsitzenden vom Netzwerk Industriekultur Bergisches Land e. V., WasserEisenLand Industriekultur in Südwestfalen e.V. (WEL) und der Route Industriekultur des Regionalverbands Ruhr (RVR) eine Kooperationsvereinbarung, die die bisherige interregionale Zusammenarbeit formalisiert.
Ziel ist es, die Sichtbarkeit der traditionsreichen Industriekultur in den einzelnen Regionen zu erhöhen, in dem sich die Akteurinnen und Akteure noch enger als bisher austauschen, gemeinsame Projekte initiieren und damit relevante und inspirierende Querverbindungen für Einheimische und Besuchende herstellen, die auf der Suche nach abwechslungsreichen und sehenswerten Ausflugszielen sind.
Dr. Oliver Schmidt, Vorsitzender des WasserEisenLands e. V. und Leiter des Sauerland-Museums in Arnsberg, unterstreicht die historisch gewachsenen Verbindungen der drei auf dem ersten Blick so unterschiedlichen Regionen in unmittelbarer Nachbarschaft: „Als Wiege der Industrie finden sich in Südwestfalen einige der ältesten Spuren und Denkmale (vor-) industrieller Produktion. Seither sind die Räume Südwestfalen, Bergisches Land und das Ruhrgebiet über den Austausch von Waren, Wissen, Menschen und Naturschätzen eng durch die Industriekultur verflochten.“
Sandra Brauer, Leiterin des Bergischen Museums für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bergisch Gladbach, unterzeichnete die Kooperation als Vorsitzende des Netzwerks Industriekultur Bergisches Land e. V. „Unser kleines spezialisiertes Netzwerk im Bergischen vertritt die unterschiedlichsten Einrichtungen: von ehrenamtlich geführten Museen und Vereinen bis hin zu großen öffentlich getragenen Standorten. Für uns ist diese Kooperation ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte mit einem Mehrwert für alle. Wir haben bereits jetzt zahlreiche Anknüpfungspunkte zu den Kolleginnen und Kollegen in den Nachbarregionen gefunden, um den Einsatz unserer Mitglieder für die regionale Industriekultur zu unterstützen und zu stärken.“
Zitat Stefanie Reichart, Leiterin des Referats Kultur und Sport beim RVR
Auch Christiane Baum, Generalsekretärin der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH), betont die Wichtigkeit des gemeinsamen Ansatzes: "ERIH als europäisches Netzwerk ist seit über 25 Jahren die Stimme der Industriekultur in Europa. Dieses europäische Netzwerk lebt jedoch vom Fundament seiner nationalen und regionalen Strukturen, deshalb begrüßen wir diese Vernetzung auf regionaler Ebene sehr".
Da Kirsten Baumann, Vorsitzende des in diesem Jahr neu gegründeten Bundesverbands Industriekultur Deutschland e. V. (BIKD) persönlich nicht bei der Unterzeichnung anwesend sein konnte, ließ sie Grüße des Vorstandes ausrichten: "Der BIKD freut sich über diese Kooperation und gratuliert den unterschiedlichen Protagonisten. Als Netzwerk der Netzwerke begrüßt der BIKD eine solche Zusammenarbeit, die der stärkeren Sichtbarmachung der Industriekultur dient."
Ab 2026 werden die Netzwerke die Arbeit an verschiedenen kleinen und großen Projekten und Initiativen aufnehmen, die in dem Auftakt-Workshop in Solingen gemeinsam erarbeitet wurden. Unter anderem ist ein gemeinsamer Auftritt beim NRW-Tag 2026 in Planung sowie eine intensivierte Vermarktung der benachbarten Industriekulturregionen an den eigenen Standorten.
